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Robert D. Putnam. Bowling Alone und Skytte Prize Lecture. |
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Der Verfasser hat eine großangelegte Forschungsarbeit über das Leben in einem Vielvölkergemisch veröffentlicht. Die Kernaussage ist: In short, we have tried to test every conceivable artifactual explanation for our core finding, and yet the pattern persists. Many Americans today are uncomfortable with diversity. Grobübersetzung: Zusammengefaßt: wir haben unsere Untersuchung in jede Richtung auf Fehler untersucht, und bei allen Nachprüfungen gab es im Kern immer wieder dasselbe Ergebnis: Viele Amerikaner fühlen sich heute im Hinblick auf das Vielvölkergemisch unwohl. Textauszug aus Putnams Rede: Diversity does not produce 'bad race relations' or ethnically-defined group hostility, our findings suggest. Rather, inhabitants of diverse communities tend --- to withdraw from collective life, --- to distrust their neighbours, regardless of the colour of their skin, --- to withdraw even from close friends, --- to expect the worst from their community and its leaders, --- to volunteer less, --- give less to charity and ---work on community projects less often, ---to register to vote less, --- to agitate for social reform more, but have less faith that they can actually make a difference, ---and to huddle unhappily in front of the television. Note that this pattern encompasses attitudes and behavior, bridging and bonding social capital, public and private connections. Diversity, at least in the short run, seems to bring out the turtle in all of us. Grobübersetzung: Ein Vielvölkergemisch erzeugt keine Gruppenfeindlichkeit gegenüber einer fremden Rasse, darauf weisen unsere Untersuchungen hin. Stattdesssen neigen die Menschen in Vielvölkergemischen dazu: --- sich vom Gemeinschaftsleben zurückzuziehen, --- ihren Nachbarn zu mißtrauen, unabhängig von deren Hautfarbe, --- sich von ihren Freunden, auch von vordem engen Freunden, zurückzuziehen, --- das Schlechteste von ihrer Gemeinschaft und deren Führern zu erwarten, --- weniger freiwillige Aufgaben zu übernehmen, --- weniger für gute Zwecke zu spenden, … --- und unglücklich lange Zeit vor dem Fernseher herumzuhängen. Beachten Sie bitte, daß dieses Verhaltensmuster nicht nur einen Punkt betrifft, sondern verschiedene Bereiche des menschlichen Lebens erfaßt. Leben in einem Vielvölkergemisch führt dazu, zumindest bei kurzfristiger Betrachtung, daß sich die Menschen in ihr Schneckenhaus zurückziehen. (Im US-Text: turtle=Schildkröte) Die Absicherung Putnams gegen diejenigen, die an seiner Untersuchung herumkratzen wollen: Every one of the correlates of ethnic homogeneity listed above (civic collaboration, altruism, personal friendship, confidence in local institutions, happiness, television-watching and so on) passes this same stringent multivariate, multilevel test. Grobübersetzung: Jede Einzelne der Einflußgrößen, die oben aufgelistet sind und die mit der Volkseinheitlichkeit zusammenhängen (Zusammenarbeit der Bürger, Hilfsbereitschaft, private Freundschaften, Zutrauen zu örtlichen Organisationen, Zufriedenheit, Fernsehverhalten) wurde mit demselben strengen Statistiktest geprüft. (happiness habe ich hier mit Zufriedenheit übersetzt) Anmerkung: Putnam hat alles in statistischen Verfahren nachrechnen lassen. Dadurch, daß er Zehntausende von Fällen hat, und diese mit der US-Volkszählung aus dem Jahr 2000 verknüpfen kann, und er sich etwa 5 Jahre Zeit genommen hat, um die Zusammenhänge auszuwerten, dadurch ist seine Aussage weitgehend gesichert. Zudem befaßt er sich sehr ausführlich mit möglichen Einwänden gegen seine Untersuchung. Die Quelle für die obigen Aussagen Putnams ist seine Rede anläßlich der Preisverleihung des Skytte-Preises. http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/fulltext/118510920/HTMLSTART E Pluribus Unum: Diversity and Community in the Twenty-first Century The 2006 Johan Skytte Prize Lecture Robert D. Putnam Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Eingefügt am 12. 4. 2009 |
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Einige weitere Punkte aus Putnams Rede: ...let me mention briefly some historical success stories from my own country. First, the United States Army today has become a relatively colour-blind institution. .... Yet barely thirty years ago the Army was not a race-relations success story. During the Vietnam War, one heard frequently of inter-racial 'fragging'– that is, deadly attacks with fragmentation hand grenades among soldiers of different races. ... Grobübersetzung: ...lassen Sie mich kurz einige Erfolgsgeschichten aus der Vergangenheit meines eigenen Landes erwähnen. Als erstes Beispiel, die Armee der Vereinigten Staaten ist heute eine verhältnismäßig hautfarbenunabhängige Einrichtung. ... Noch vor 30 Jahren war die US-Armee keine Erfolgsgeschichte hinsichtlich des Verhältnisses der Rassen untereinander. Während des Vietnamkriegs hörte man oft von rassisch bedingten Kameradenmorden, von tödlichen Anschlägen mit Handgranaten zwischen Soldaten unterschiedlicher Rasse. Eine Anmerkung zum künstlerischen und wissenschaftlichen Beitrag der Zuwanderer zum Ursprungsvolk (die "Bereicherung" durch Einwanderung): Throughout history, for example, immigrants have accounted for three to four times as many of America's Nobel Laureates, National Academy of Science members, Academy Award film directors and winners of Kennedy Center awards in the performing arts as native-born Americans (Lerner & Roy 1984; Simonton 1999, Chapter 6; Smith & Edmonston 1997, 384–5). If we were to include second-generation immigrants (i.e. the children of immigrants), the contribution of immigrants would be even greater. Grobübersetzung: Durch die ganze Vergangenheit hinweg, um ein Beispiel zu nennen, haben Einwanderer drei bis viermal mehr Preisträger gestellt als die in den USA geborenen Amerikaner. (es folgt eine Aufzählug der Preisarten) Wollten wir die Kinder der Einwanderer mit einbeziehen, dann wäre der Anteil noch größer Anmerkung: Es handelt sich hier um die USA. Der Verfasser hielt seine Rede anlässlich der Preisverleihung durch eine schwedische Universität. Er hätte sich damals mit den Verhältnissen in den europäischen Ländern vertraut machen können. Wie hoch ist wohl der Anteil der türkischen oder arabischen oder sonstigen Einwanderer an den nach Schweden oder nach Deutschland gegangenen Nobelpreisen? Genaue Zahlen liegen mir nicht vor, ich denke aber, daß der Anteil der Einwanderer-Nobelpreise in Deutschland sehr viel niedriger als in den USA liegen wird. Hier zeigt sich die Bandbreite des Begriffs "Einwanderung". Das selbe Wort bedeutet eben in den USA und in Europa nicht das Gleiche. |
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Einige allgemeine Anmerkungen zu Robert D. Putnam. In seiner Rede behandelt er hauptsächlich die USA. Es ist aber ein Unterschied, ob man in beschränkter Menge Ausländer, unter ihnen vielen künftige Nobelpreisträger, nach einem strengen Auswahlverfahren hinsichtlich Vermögen, Gesundheit, Berufsausbildung, in ein Land, das so groß ist wie ein Erdteil und das nach Ausrottung der Urbevölkerung weitgehend menschenleer ist, hereinläßt, oder ob man in ohnehin überbevölkerte europäische Länder mit sehr kleiner Grundfläche zusätzlich Ausländer aus den Unterschichten fremder Erdteile in Millionenanzahl hereinlockt (oder durch große Vermehrung heranzieht). Dieser Unterschied muß beachtet werden, ansonsten sind seine Forschungen sehr belangreich und wahrscheinlich in vielen Fällen auf Europa übertragbar. Mit keinem Wort geht der Verfasser darauf ein, daß die Urbevölkerung untergeht, wenn der Ausländeranteil stark ansteigt. Dieses Nichtwahrnehmen der Hauptwirkung des übergroßen Fremdenzustroms ist kennzeichnend für eine gewisse Betriebsblindheit. Möglicherweise kommt der Verfasser aber auch aus der Multi-Kulti-Ecke und er ist über die die Ergebnisse seiner Forschungen selbst überrascht. Noch einmal seine Kernaussage: In short, we have tried to test every conceivable artifactual explanation for our core finding, and yet the pattern persists. Many Americans today are uncomfortable with diversity. Grobübersetzung: Zusammengefaßt: wir haben unsere Untersuchung in jede Richtung auf Fehler untersucht, und bei allen Nachprüfungen gab es im Kern immer wieder dasselbe Ergebnis: Viele Amerikaner fühlen sich heute im Hinblick auf das Vielvölkergemisch unwohl. Hier gibt es wahrscheinlich Gemeinsamkeiten zwischen Europa und den USA. Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Eingefügt am 12. 4. 2009 |
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