Biodiesel, Importe, Wirtschaftlichkeit, Energy Policy Act, Herstellungskosten, Subventionen, Selbstkosten ... (dies sind einige Zeilen aus der untenstehenden ausführlichen Beschreibung)

Peak-Oil-Beitrag-4.

http://www.agriserve.de/Peak-Oil-Beitrag-4.html
zum Haupt-Verteiler        15.Juni 2007 bis 16.Juni 2007 neuester Stand

Verbilligte Biodieseleinfuhren, zweiter Teil





Vorab die notwendige Quellenbetrachtung.

Quelle 1 http://peak-oil-forum.de/phpBB2/viewtopic.php?t=935
Verfasst: Do Jun 14, 2007 20:29
( Es gibt mehrere Beiträge auf dieser Seite, deshalb bitte auf der Seite heruntergehen bis an zu dem angezeigten Veröffentlichungszeitpunkt kommt, das ist der gemeinte Beitrag.
Titel: US- Biodieselimporte drängen deutschen Biodiesel vom Markt,
Quelle 1 gibt einen Hinweis auf die Quelle 2 (als Pfeil)


Quelle 2 http://www.csmonitor.com/2007/0608/p02s01-usec.html
Biofuel boondoggle: US subsidy aids Europe's drivers
By Mark Clayton, Staff writer of The Christian Science Monitor

Anschrift
Mark Clayton
The Christian Science Monitor
One Norway Street
Boston, MA 02115
USA Ruf (001)617.450.2000


Nebenergebnisse, diese geben zusätzliches Wissen, das im Verlauf der Bearbeitung des Hauptgegenstandes gewonnen wurde.


(Zusatz-)Quelle 3 http://www.csmonitor.com/2007/0521/p09s02-coop.html
Hidden costs of corn-based ethanol.
Diverting corn from food to fuel could create unprecedented turmoil.
By Colin A. Carter and Henry I. Miller
Colin A. Carter is a professor of agricultural and resource economics at the University of California, Davis. Henry I. Miller, a physician and a fellow at the Hoover Institution, was a Food and Drug Administration official from 1979 to 1994 and is author of "The Frankenfood Myth."

Meine Zusammenfassung:
Die USA erzeugen mit hohen Staatszuschüssen Ethanol aus Maiskörnern.
Dadurch haben sich im Jahr 2006 die Maispreise von 2 auf 4 US-Dollar je Bushel erhöht. Falls es einmal zu einem Dürrejahr mit Maisverknappung kommt, werden sich die Preise noch viel weiter erhöhen.
Brasilien hat mehr und besseres Ackerland als die USA, zudem auch mit besserem Klima hinsichtlich Wärme und Wasserversorgung.
(Soweit meine Kurzzusammenfassung, der Aufsatz selbst bringt mehr und das in klaren Worten)


(Zusatz-)Quelle 4 http://www.biodiesel.org/
National Biodiesel Board
3337a Emerald Lane
PO Box 104898
Jefferson City, MO 65110-4898
Ruf (vielleicht mit dieser Nummer nur aus den USA möglich:(800) 841-5849
Fax: (001) (573) 635-7913
Vereinigung der Biodieselhersteller in den USA
Auf der Seite gibt es äußerst genaue Hinweise auf das Staatsgeldwesen der USA im Hinblick auf den Biodiesel.


Allgemeine Beiworte:
Es ist wichtig, daß man so weit wie möglich zur Urquelle einer Nachricht zurückgeht.
Dann kann man erkennen, ob und inwieweit bei der Übertragungskette Inhalte verändert werden.
Außerdem sieht man, daß dieselben Urquellen immer das gleiche in die weltweiten Nachrichtenverteiler einspeisen.
Man sollte dann auch noch einmal weitersuchen, von wem diese Quellen finanziert werden.
Wes Brot ich eß, des Lied ich sing.



Nun zum Inhaltlichen

Hallo "peterkarl"
und vielen Dank für deinen Hinweis auf den Aufsatz im Christian Science Monitor.

Ich habe den Aufsatz durchgelesen und fasse zusammen.
Die USA wollen, daß zum Beispiel im Mittelwesten der USA dem herkömmlichen Erdöldiesel 10 bis 20% Biodiesel beigemischt werden. Dafür geben sie einen Zuschuß von 1 US-Cent je Volumenprozent Biodiesel, der in 1 Gallone Treibstoff enthalten ist.
Gedacht war wohl daran, mit einem Zuschuß von 10 Cent je Gallone eine Beimischung von 10% Biodiesel zu erreichen.
Dieser Zweck wird wohl auch erreicht.

Außerdem wird aber auch billiger Biodiesel aus Malaysia auf Palmölgrundlage in die USA eingeführt, mit 0,1Volumprozent Erdöldiesel gemischt, diese Mischung ist dann auch förderfähig, nur muß der USA-Staat dann nicht 10US-Cent, sondern 99,9US-Cent je Gallone Treibstoff als Zuschuß zahlen.

Nachdem der Tanker in den USA dieses Staatsgeld eingestrichen hat, fährt er weiter nach Europa (mit oder ohne umladen, das geht aus dem Aufsatz nicht hervor). Hier sind die Biodieselpreise höher als in den USA, weil die Mineralölsteuer auf Erdöldiesel höher ist als in den USA.
In Europa wird der Biodiesel dadurch gefördert, daß auf Biodiesel sehr viel weniger Steuer liegt als auf Erdöldiesel.
In den USA wird der Biodiesel dadurch gefördert, daß der Mischer, der Biodiesel mit Erdöldiesel mischt, einen Geldzuschuß erhält.
Der schlaue Geschäftsmann nimmt beide Förderungen auf ein und dieselbe Ladung Biodiesel aus Palmöl aus Malaysia mit.
Der Aufsatz schließt mit der Bemerkung, daß die USA diese Praxis wohl noch eine ganze Zeitlang aufrechterhalten wollen, daß sie es nicht eilig haben, das Verfahren umzustellen.



Meine Meinung dazu:
Das ganze läuft nur, weil Europa es zuläßt.
In Europa wird durch Steuerverzicht auf Biodiesel der Biodiesel sehr stark gefördert.
Dieser Vorteil trifft us-amerikanische und europäische Biodieselanbieter in gleichem Maße.
Wenn jetzt die USA für ihre Hersteller noch eine (es reicht eine kleine) Zusatzförderung geben, dann tritt folgendes ein:

Die europäische Biodieselförderung durch teilweisen Steuerverzicht auf die Kraftstoffsteuer reicht aus, um den unwirtschaftlichen Biodiesel gegenüber dem hochwirtschaftlichen Erdöldiesel in den Treibstoffmarkt hineinzudrücken.
Das ist der teure Teil, und dieser wird vom europäischen Steuerzahler gezahlt.
Er betrifft europäische und US-amerikanische Biodieselhersteller gleichermaßen.

Darüberhinaus erhalten die US-amerikanischen Hersteller noch eine kleine Zusatzförderung, diese wird vom US-amerikanischen Steuerzahler bezahlt.
Und dieser kleine Zusatzvorteil reicht aus, um die europäischen Hersteller aus dem Markt zu drücken oder noch besser, zwischen Leben und Sterben zu halten, so daß die Anlagen betriebsbereits sind, unter Vollast laufen, aber keinen Gewinn abwerfen.
Dann wächst bei den europäischen Herstellern der Wunsch (oder die Not) ihre hochmodernen Anlagen zu verkaufen, und als Käufer werden die USA-Firmen auftreten, denn durch die Zusatzförderung geht es diesen Firmen ja sehr gut.


Das Ganze ist vor dem Hintergrund zu sehen,
daß die Landwirtschaft als das mit Abstand größte und wichtigste Geschäft der Welt zunehmend auch von den Geldleuten selbst in seiner Größe erkannt wird, und daß dementsprechend rauh um diesen Markt gekämpft wird.

Man denke an das Groß-Monopol, welches das Weltölgeschäft, das Welt-Rüstungsgeschäft und eben auch die Welternährung und die Weltenergieversorgung für sich monopolisieren will.

Für dieses Ziel lohnt es sich auch, Kampfpreise zu machen und durch vorübergehend niedrige Preise die Bauern in fremden Erdteilen zu ruinieren.


Wer sich dazu fachlich kundig machen möchte:
Engdahl, F William:
Saat der Zerstörung

Die dunkle Seite der Gen-Manipulation
Verlag : Kopp Verlag
ISBN : 978-3-938516-34-8
Preisinfo : 19,90 Eur
Erschienen : 02.10.2006
Aus der Verkaufswerbung:
"Innerhalb von fünf bis höchstens zehn Jahren werden sich wesentliche Teile der weltweiten Nahrungsmittelversorgung in den Händen von nur vier global agierenden Großkonzernen befinden.
Diese Firmen halten exklusive Patente auf Saatgut, ohne das kein Bauer oder Landwirt der Welt säen und später ernten kann."
(Quelle: http://www.buchhandel.de)


Das Obenstehende gibt meine Meinung wieder, man kann die Angelegenheit natürlich auch ganz anders sehen, das ist klar.


Der Verfasser bittet die Leser darum, Ihre Meinung und Ihre Erfahrungen mitzuteilen.

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- agriserve -
Peak-Oil-Beitrag-4
Verbilligte Biodieseleinfuhren, zweiter Teil.
vom 16.6.2007


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